Die Vorteile von Clean Core in S/4HANA sind unbestreitbar – einer davon ist das Versprechen, dass Upgrade-Projekte auf neuere S/4HANA-Versionen reibungsloser verlaufen. Dies ermöglicht es Kunden, Upgrades häufiger durchzuführen, um von neuen Standardfunktionen zu profitieren, sobald diese von SAP veröffentlicht werden. Eine weitere unbestreitbare Tatsache ist, dass die Einhaltung von Clean Core bei der Konzeption […]
Im August führte SAP ein neues Clean-Core-Modell für die Erweiterbarkeit von S/4HANA ein. Wir verabschieden uns offiziell vom 3-Säulen-Modell (3-Tier) und begrüßen die Klassifizierung nach den Ebenen A, B, C und D. Diese Änderung macht Clean Core für Kunden realistischer, da bewährte, aber nicht „Cloud-Ready“ Frameworks und Tools wie ALV, IDOC und WebClientUI anerkannt werden.
Das A-B-C-D-Modell – was steckt dahinter?
Das neue Stufenkonzept unterscheidet sich vom 3-Säulen-Modell, weist jedoch gewisse Berührungspunkte mit seinem Vorgänger auf.

Level A -> Clean Core, Cloud Ready
Diese Ebene entspricht dem alten Tier 1. Sie umfasst die Nutzung von Erweiterungstechniken wie:
- Key User Extensibility
- Developer Extensibility gemäß ABAP Cloud
- Side-By-Side Extensibility
Diese Stufe wird auch als „Cloud Ready“ bezeichnet, was bedeutet, dass sie vollständig kompatibel mit der S/4HANA Public Cloud ist.
Level B -> Clean Core, Classic APIs
Dies ist ein neues Element im Konzept. Es erlaubt die Nutzung sogenannter stabiler APIs, Frameworks und Techniken, die zwar nicht für ABAP Cloud freigegeben, aber so etabliert und stabil sind, dass sie keine Gefahr für die Zukunftssicherheit des Systems darstellen. Die entsprechenden Objekte finden sich im Cloudification Repository: LINK. Sie sind dort als „Classic API“ gekennzeichnet.
Obwohl diese Ebene als „Clean Core“ gilt, ist sie nicht „Cloud Ready“, was bedeutet, dass sie nicht einfach in die S/4HANA Public Cloud verschoben werden könnte.
Level C -> Conditional Clean Core
Diese Ebene steht für Erweiterungen, die Objekte verwenden, die weder freigegeben (Level A), noch als „Classic API“ (Level B) oder als „nicht empfohlen“ (Level D) gelistet sind. Hier ist die Nutzung eines „Changelogs für SAP-Objekte“ erforderlich, um Risiken bei Upgrades eines S/4HANA-Systems zu minimieren.
Level D -> Not Clean Core
In dieser Stufe werden Erweiterungen klassifiziert, die „nicht empfohlene“ Objekte und Techniken verwenden. Die Liste dieser Objekte findet sich ebenfalls im Cloudification Repository: Link. Diese Objekte sind als „No API“ markiert und sollten vermieden werden.
Gute Nachrichten für S/4HANA Service
Mit dem neuen ABCD-Konzept wurden bestimmte Frameworks und Techniken bewertet und entsprechenden Clean-Core-Stufen zugeordnet. Für Kunden, die das Service-Modul nutzen, ist eine der wichtigsten Erkenntnisse, dass Anpassungen der Benutzeroberfläche auf Basis des WebClientUI-Frameworks nun als Level B – Clean Core eingestuft werden. Das ist ein riesiger Schritt nach vorne, da die überwiegende Mehrheit der Fiori-Apps im Service-Bereich auf diesem Framework aufbaut.
Fazit
Das bisherige 3-Säulen-Modell führte oft zu schwierigen Entscheidungen: Entweder investierte man viel Aufwand in komplexe Tier-1-Lösungen, um den Kern sauber zu halten, oder man wählte den klassischen Weg, sparte Zeit, landete aber in Tier 2 oder 3, wodurch der Kern nicht mehr als „sauber“ galt. Der Wechsel zum A-B-C-D-Konzept ist eine wesentliche Verbesserung. Der Hauptvorteil liegt in der Anerkennung bewährter Tools und Entwicklungsobjekte, die zwar nicht für ABAP Cloud freigegeben sind, aber kein Risiko bei Upgrades des S/4HANA-Systems darstellen. Das macht Investitionen zukunftssicher und upgrade-fähig.
Bereit für den nächsten Schritt?
Wir bei 4cx helfen Kunden dabei, Innovationen mit Clean-Core-Prinzipien in Einklang zu bringen. Wenn Sie Ihre S/4HANA Service-Reise planen, lassen Sie uns darüber sprechen, wie wir Ihre Erweiterungen sowohl leistungsstark als auch nachhaltig gestalten können.